G1 - Fürstabt Martin Gerbert
Fürstabt Martin Gerbert (1720–1793), Gründer von Rothaus, war ein bedeutender Gelehrter und Bauherr des 18. Jahrhunderts. Sein dreibändiges Werk über die „Kolonisierung des Schwarzwalds“ durch die Benediktiner erschien zwischen 1783 und 1788 auf Latein. Im selben Jahr ließ er den Dom St. Blasien mit der größten Kuppel nördlich der Alpen errichten. Als Verleger und Autor veröffentlichte er zahlreiche Schriften zur Kirchenmusik und Religionsgeschichte, darunter die „Historia Nigrae Silvae“. Der wirtschaftsfördernde Gründungsgedanke prägt die Brauerei bis heute.
G2 – Tafelbier des Großherzogs von Baden
Ab dem späten 19. Jahrhundert wurde an der Tafel des Großherzogs von Baden, dem damaligen Eigentümer der Brauerei Rothaus, ein eigens gebrautes Bier ausgeschenkt: das Rothaus Tafelbier. Dieses Bier war Ausdruck der engen Verbindung zwischen Hof und Brauerei und wurde zu einem Symbol badischer Braukultur. Ein besonders eindrucksvolles Zeugnis dieser Tradition ist der kunstvoll gearbeitete Prunkpokal, den die Badischen Brauereien dem Großherzog Friedrich I. zu seinem 75. Geburtstag überreichten – als Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit mit dem Landesvater.
G3 – Arbeitswelt gestern und heute
Die Entwicklung der Arbeitswelt bei Rothaus ist bemerkenswert.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt eine 66-Stunden-Woche mit harter körperlicher Arbeit und nur zwei Urlaubstagen als normal. Diese Bedingungen spiegelten die damalige Zeit wider. Heute steht die Wertschätzung der Mitarbeitenden im Mittelpunkt: Mit einer 38-Stunden-Woche, 30 Urlaubstagen und einer positiven Unternehmenskultur zeigt Rothaus ein neues Selbstverständnis – geprägt von Glaubwürdigkeit und Verantwortung. Ob 1884 oder heute – bei Rothaus arbeiten Menschen mit Stolz, Charakter und Selbstbewusstsein: echte Schwarzwälder.
G4 – Alte Eiskutsche um 1900
Ein eindrucksvolles Zeugnis aus der frühen Geschichte der Brauerei ist dieser über 125 Jahre alte Eiswagen. Er diente dem Transport von Natureis, das zur Kühlung des Bieres unerlässlich war – lange bevor moderne Kühltechnik Einzug hielt. Ochsenkarren und Pferdefuhrwerke prägten bis ins frühe 20. Jahrhundert das Bild der Brauereilogistik. Noch im Jahr 1904 waren sie auf einem alten Stich vor der Brauerei allgegenwärtig – in den Höfen, auf den Straßen, im täglichen Einsatz. Zwar gab es in Rothaus bereits seit den 1890er Jahren erste Motorfahrzeuge, doch sie blieben zunächst eine Seltenheit. Selbst auf einem Foto von 1925 ist neben fünf Lastkraftwagen noch ein stolz geführtes Pferdefuhrwerk zu sehen – ein Symbol für den Übergang von Tradition zur Moderne.
G5 – Etikettenwand
Die Etiketten unserer Biere sind weit mehr als bloße Verpackung – sie sind Ausdruck unserer Identität und ein Spiegel der Rothaus-Geschichte. Als im Jahr 1892 das erste Rothaus-Bier in Flaschen abgefüllt wurde, gab es noch keine Etiketten. Doch mit der Zeit entwickelten sich diese zu einem unverwechselbaren Markensymbol, das unsere Biere bis heute begleitet.
Ein besonderer Meilenstein war das Jahr 1956, als das Tannenzäpfle eingeführt wurde – bis heute eines der bekanntesten und beliebtesten Bieretiketten Deutschlands. Seit 1972 ziert unsere Biergit Kraft, das stilisierte Schwarzwaldmädel, alle Etiketten der Rothaus-Biere. Mit ihrem freundlichen Lächeln und den beiden Biergläsern ist sie zur sympathischen Botschafterin unserer Brauerei geworden.
Auf dieser Wand sehen Sie eine Auswahl historischer und aktueller Etiketten. Jedes Etikett erzählt ein Stück Rothaus – von Tradition, Qualität und dem Schwarzwald, der unsere Biere und unser Design bis heute prägt.