Das 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert begann für die Brauerei Rothaus mit einem schweren Schlag. 1904 vernichtete ein Großbrand weite Teile der Brauerei, der Wiederaufbau sollte bis 1905 dauern.

Auch der Erste Weltkrieg ging nicht spurlos an der Brauerei Rothaus vorüber. In dieser Zeit fehlten Rohstoffe, Mitarbeiter und Kunden. Betriebsmittel wurden zum Teil vom Militär in Anspruch genommen. Der Ausstoß der Brauerei Rothaus sank deutlich, von 32.000 Hektolitern 1913 auf 6.900 Hektoliter 1919 – dem Niveau von 1862. Um im härter werdenden Wettbewerb zu bestehen und die Brauerei Rothaus nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen zu führen, wurde die Brauerei Rothaus 1922 in eine AG umgegründet.

Die Brauerei Rothaus überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt und musste erst nach Kriegsende auf Anweisung des französischen Militärgouvernements die Produktion kurzzeitig einstellen. Ziel dieser Maßnahme war es, die knappen Ressourcen im kriegszerstörten Deutschland zu schonen. In der Folgezeit war die Brauerei Rothaus bemüht, von der Militärverwaltung die zum Brauen nötigen Rohstoffe zugeteilt zu bekommen. Erst ab September 1948 besserte sich die Situation.

Edwin Nägele führte 1956 als damaliger Brauereidirektor das Tannenzäpfle in der 0,33 l Flasche ein.  Dies war zu jener Zeit ein durchaus ambitioniertes Vorhaben. In den 50er Jahren war es üblich, das Bier in 0,7 l Flaschen anzubieten. Trotz oder gerade wegen der ungewöhnlichen Größe fand das Tannenzäpfle jedoch schnell immer mehr Liebhaber.

Hans Pfender wurde 1966 neuer Vorstand und führte die Brauerei Rothaus erfolgreich durch die 70er und 80er Jahre. Der Ausstoß wuchs auf deutlich über 300.000 hl und man investierte weiter in neue Technologien. 1991 übernahm Dr. Norbert Nothhelfer den Vorstand. In den folgenden 13 Jahren konnte er den Ausstoß fast verdreifachen und gleichzeitig die Brauerei Rothaus zu einer der modernsten Brauereien Deutschlands ausbauen.